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Februar 1986. Die Umstellung auf europäische Bedürfnisse (PAL hat eine andere Bildschirmfrequenz als NTSC) war abgeschlossen und man konnte nun auch auf dieser Seite des großen Teichs Premiere feiern. Die europäische Premiere fand im März 1986 in der alten Oper in Frankfurt/Main statt. Dazu Gail Wellington: »Es sollte eine ziemlich feierliche Angelegenheit werden. Wir glaubten nicht, daß es sinnvoll wäre, die New Yorker Veranstaltung einfach zu wiederholen, also entwickelten wir einen neuen Rahmen. Wir wollten Schauspieler benutzen, die so tun sollten, als ob sie was von Computern verstünden, aber bei der Generalprobe waren sie so schlecht, daß wir sie entlassen haben. Dann holten wir unsere Verkaufsleiterin und machten mit ihr die Veranstaltung. Sie hat es hervorragend gemacht, auch ohne Probe.«
Interessantes verrät Gail auch über Verkaufsverhandlungen in der damaligen Sowjetunion: »Etwa um dieselbe Zeit [Europapremiere] war ich bei der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie für Wissenschaft und Technologie. Wir haben dort den Amiga auch vorgeführt. Commodore hätte Amigas in die Sowjetunion exportieren dürfen, aber wegen der COCOM-Bestimmungen [Beschränkungen auf Technologieexport] hätten wir nur Einzellizenzen vergeben können, d.h. für jedes Gerät hätten wir eine Einzelgenehmigung von der amerikanischen Regierung einholen müssen.«
Die europäisierten Amigas der ersten Generation hatten zwar die höhere vertikale Auflösung von 512 (statt 400) Zeilen, aber die amerikanische QWERTY-Tastatur; später kam die QWERTZ-Tastatur, die aber etwas anders getaktet war. Das wäre eigentlich keinem aufgefallen wenn die Zusatz-Uhr »TimeSaver« nicht gestreikt hätte!
Im März wurde auf der Messe »World of Commodore« in den USA die Version 1.2 des Betriebssystems vorgestellt; es sollte aber bis zum Jahresende dauern, bis es verfügbar wurde.
Im April tauchten Gerüchte um eine hardwaremäßige IBM Emulation auf. Die sollte »Transformer« ablösen, weil er sich als zu langsam und grafikunfähig erwiesen hatte. Hier hatte Commodore wieder geschlafen. In der Entwicklung befand sich die »Trump Card«, eine Transformer-Beschleunigungskarte für den Erweiterungsport des Amiga, außerdem eine weitere Softwareemulation mit Grafikfähigkeit (PC/AT - angeblich später als »PC Ditto« für den Atari ST vermarktet). Diese wurden fortan beide nicht mehr von Commodore erwähnt. Dazu Douglas Wyman von Simile Research: »Der Grund lag darin, daß zu dem Zeitpunkt diese Teile des [IBM-]Systems noch nicht vollständig übertragen worden waren. Wir hatten bereits die Pläne für eine Beschleunigungs- und Grafikplatine, aber Commodore hat nach der Ankündigung kein Interesse mehr gezeigt.«
Im selben Monat wurde die Übertragung von UNIX für den Amiga IV gemeldet: Demnach sollte IV ein CAD-Arbeitsplatzcomputer sein, mit einer 68020-CPU und einer Bildschirmauflösung von 1024 x 768 Punkten. Auch von einem 16-Bit-D/A-Umwandler war die Rede (CD Qualität) und von einem Amiga mit eingebauten Erweiterungsslots, wie Jay Miner, der Kopf des Entwicklerteams, sich das ursprünglich vorgestellt hatte. |
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